WOLKENSTEIN DER OBEN SWEBT LYRICS

31. Der oben swebt

I
Der oben swebt und niden hebt,
der vor und hinden, neben strebt
und ewig lebt, ie was an anefange,
Der alt, der jung, und der von sprung
trilitzscht gefasst in ainlitz zung
an misshellung mit unbegriffner strange,
Der strenklich starb und was nicht tod,
der keuschlich ward emphangen und an alle not
geboren rot, weils durch ain junckfrau schöne,
Der manig wunder hat gestifft,
die hell erbrach, den tiefel dorin ser vergifft,
getült, geschifft all wurz durch stammes tröne,

II
Dem offen sein all herzen schrein,
grob, tadelhäfftig, swach, güt, vein,
das er dorin sicht allerlai gedenke,
Dem tün und lan ist undertan,
die himel steren, sunn, der man,
der erden plan, mensch, tier, all wasser rencke,
Auss dem all kunft geflossen ist,
von dem, der aller creatur durch spähen list
zu jeder frist ir zierhait würckt, schon eusset,
Dem alle tier, zam und ouch wild,
hie danckber sein, das er den samen hat gebildt
der narung milt, gar waldeleich vergreusset,

III
Der himel, erd gar unversert
hat undersetzt an grundes herd,
das wasser kert dorin durch fremde rünste, -
Der wunder zal vil tusent mal
wer mer ze singen überal
mit reichem schal, so hindern mich die künste -,
Der mir die sel klar geben hat,
leib, er und güt, vernufft und kristenliche wat:
der geb mir rat, das ich im also dancke,
Da mit ich all mein veind verpaw
baid hie und dort, das mich ir kainer nicht verhau.
o keuschlich frau, dein hilf mir dorzu schrancke!